Ausbildung zum Fitnesstrainer / Fitnesstrainerin

Die Aufgaben eines Fitnesstrainers

Interessierte sollte sich zu Beginn darüber Gedanken machen, in welchem Sportbereich sie nach der Ausbildung tätig sein wollen – und ob sie den Beruf des Fitnesstrainers als Haupt- oder Nebentätigkeit ausüben möchten.

Arbeitsmöglichkeiten finden sich zum Beispiel in Fitnessstudios, Sportvereinen oder als Personaltrainer. Im Fitnessstudio sind die Aufgaben eines Trainers meist auf die Trainingsfläche mit den Geräten beschränkt. Fitnesskurse wie Aerobic, Zumba oder Step gehören nicht zu dessen Aufgaben. Hierfür gibt es speziell ausgebildete Kurstrainer, die eine besondere Lizenz besitzen. Freiberufliche Personaltrainer haben mehr Freiheiten in der Gestaltung ihres Trainingsprogramms, das individuell auf den Kunden zugeschnitten ist. Training im Freien oder beim Kunden zu Hause sind möglich. Der Personaltrainer fungiert ebenso als Ernährungsberater und stellt seinem Kunden einen ebenfalls auf ihn zugeschnitten Ernährungsplan zusammen.

Beim Fitnesstraining können zahlreiche Geräte zum Einsatz kommen (Bild: Stockexpertcom).

Beim Fitnesstraining können zahlreiche Geräte zum Einsatz kommen (Bild: Stockexpertcom).

Es genügt nicht, ausschließlich die Geräte im Fitnessstudio erklären zu können. Ein Fitnesstrainer sollte dazu fähig sein, die Probleme mit seinen Kunden gemeinsam zu lösen, damit diese ihre Ziele erreichen. Im Optimalfall verfügt es über Kenntnisse der Ernährungslehre, Anatomie sowie Physiologie. Hervorzuheben ist hierbei vor allem die funktionelle Anatomie, d.h. die Frage, wie Muskeln sowie Gelenke zusammenwirken und was diese machen. Des Weiteren sollten dem Fitnesstrainer essenzielle Begriffe aus der Krankheitslehre (Pathologie) bekannt sein, wie beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall, Bandscheibenvorfall, Rückenschmerzen sowie andere Gelenkbeschwerden. Wichtig ist dabei zu wissen, welche Übungen bei den unterschiedlichen Krankheiten ausgeführt werden dürfen und welche nicht bzw. schaden können.

Vor allem sollte ein Fitnesstrainer über eigene Erfahrungen in diesem Bereich verfügen. Für den Kunden hat es wenig Nutzen, wenn der sein Coach nur die Theorie kennt bzw. nur die „gelernte“ Praxis. Außer den genannten fachlichen Qualifikationen sollte er auch eine gewisse Fähigkeit haben, auf andere Menschen zugehen zu können und ein Gespür für ihre Probleme zu haben. Eine kommunikative Art erleichtert nicht nur die Arbeit enorm, sondern löst auch schneller Probleme.

Auswahl der Ausbildungsstätten

Auf dem Markt existiert eine Vielzahl von Anbietern, die eine Ausbildung zu Fitnesstrainer anbieten. Die wichtigsten werden fortlaufend vorgestellt.

In jedem Bundesland gibt es Landessportverbände, die eine Ausbildung zum Fitnesstrainer anbieten. Sie sind oftmals günstiger als kommerzielle Unternehmen, vor allem, wenn man Vereinsmitglied ist. Daneben führen sie zahlreiche Schulungen und Fortbildungen durch, an denen Auszubildende teilnehmen können. Die Landessportverbände bieten typischerweise die C-Lizenz an.
Bei den privaten Ausbildern, z.B. bei der BSA Akademie, SAFS Beta, Inline oder IST, muss tiefer in die Tasche gegriffen werden. Sie bieten jedoch neben einem guten Service auch eine optimale, gut fundierte Fitnesstrainer Ausbildung – falls ein guter Ausbilder den Kurs leitet. Hier wird fast immer die B-Lizenz angeboten. Aber egal, ob B- oder C-Lizenz, beide sind in ihrer Qualifikation recht ähnlich und ermöglichen Aufbaufortbildungen zum Fitnesstrainer A-Lizenz oder Gesundheitstrainer.

Ein Fitnesstrainer motiviert seine Teilnehmer - mit Wissen und einem Lächeln (Bild: stockxpertcom).

Ein Fitnesstrainer motiviert seine Teilnehmer – mit Wissen und einem Lächeln (Bild: stockxpertcom).

Damit Interessierte absolute Sicherheit erhalten, welche Ausbildung später anerkannt wird, sollten sie sich auf jeden Fall bei den verschiedenen TÜV-Verbänden informieren. Wichtig ist hier auch, dass es den Anbietern möglich ist, ein Zertifikat über die absolvierte Ausbildung auszustellen, da die Kunden meistens Vergleiche zwischen den verschiedenen Angeboten einholen – dabei werden Inhalte sowie Wissen verglichen. Deshalb sollte der Fitnesstrainer stets Theorie und Praxis sinnvoll miteinander in Einklang bringen, sowie die Möglichkeit bereitstellen, sich für einen Schwerpunkt, verschiedenen Zeiten oder Orte entscheiden zu können. Viele Fitnessstudios besitzen inzwischen eine TÜV-Zertifizierung, weshalb es für diese Studios von Interesse ist, wie die abgeschlossene Ausbildung des neuen Mitarbeiters vom TÜV eingestuft wird.

Manche Ausbildungen umfassen eine Dauer von über einem halben Jahr, in dem diverse Module abzuschließen sind. Andere bieten Kompaktseminare an. Um am Ende ein Zertifikat zu erhalten, verlangen die Ausbilungsstellen größtenteils eine Hausarbeit und/oder eine Prüfung. Mit einem Geldbetrag zwischen 1000 bis 1500 Euro muss dafür gerechnet werden.

Inhalte der Ausbildung

Die Ausbildungsinhalte der Fitnesstrainerausbildung sind breit gefächert.

Im Vordergrund sollte die Sportmedizin stehen, welche Kenntnisse in den Bereichen Anatomie und Aufbau des Bewegungssystems, Skelettmuskulatur sowie Funktion des Herz-Kreislaufsystems vermittelt.
Des Weiteren ist eine Unterweisung in die allgemeine Trainingslehre unumgänglich. Auszu-bildende lernen dabei neben der Trainingssteuerung auch den Aufbau einer Trainingseinheit. Thema sollte vor allem die Art und Weise des Kraft-, Ausdauer- und Beweglichkeitstrainings sein.

Mit Glück wird eine Unterweisung in Verwaltung in sportlichen Organisationen abgehalten, was denjenigen, die selbstständig arbeiten möchten, zugutekommt. Nicht unwichtig ist außerdem eine detailgetreue Einweisung ins Gerätetraining bzw. den Umgang mit den Geräten. Dies variiert von Institut zu Institut. Neulinge sind mit einer B- bzw. C-Lizenz bei kommerziellen Anbietern zu Anfang gut dabei. Bereits ausgebildeten Trainern wird empfohlen, weitere Qualifikationen in den Bereichen Trainingstherapie oder Medizinisches Fitnesstraining zu erwerben. Ebenso wichtig sind Fort-bildungen im Bereich der Ernährungsberatung oder im Problemsektor Rücken/Wirbelsäule.

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